Plambuschen und Palmbesen

Die Weihe der Palmbuschen am Palmsonntag

Seit dem 7. Jahrhundert sind Palmprozessionen am Palmsonntag belegt. Sie verbinden den nachempfundenen Einzug Jesu Christi in Jerusalem mit älteren Segensriten und späteren populären Fruchtbarkeitsdeutungen. Die Palmprozession erlebte in der Zeit der Gegenreformation im 16. Jahrhundert eine Hochblüte. Der erste Beleg für einen lebenden Palmesel bei Prozessionen stammt von 970.

Die kirchliche Segnung der Zweige ist seit dem 9. Jahrhundert in Europa nachzuweisen. Aus den ursprünglichen Huldigungszweigen wurden in Mitteleuropa durch populäre Ausdeutung "Segenszweige". Als "Palmen" wurden im Lungau die Zweige der Salweide mit ihren Palmkätzchen verwendet. Bis in die 1960er Jahre trugen nur Hoferben die großen Buschen zur Kirche, Männer hatten oft nur einen Zweig am Hut und Frauen und Mädchen ein kleines Handbüscherl. Heute tragen die Palmbuschen vor allem Buben und junge Burschen.

Im Lungau gibt es als Bundformen auch den Palmbesen. Der Palmbesen ist ein kleiner Handbuschen, der auf einer langen Holzstange montiert wird. Die länge der Stange ist meist nur durch die höhe des Kirchenschiffes begrenzt und je höher der Palmbesen und so höher war das Ansehen der jungen Burschen. Die Palmbuschen und Palmbesen werden mit bunten Bändern oder mit gefärbten Hobelspänen geschmückt.

Der Palmbesen als Fruchtbarkeitssymbol

Zu Hause angekommen gehen die Kinder betend dreimal mit dem Palmbesen ums Haus oder Gehöft. Dafür gab es dann eine Belohnung. Nach dem Mittagessen wird der Palmbuschen als Fruchtbarkeitssymbol in die Mitte des Ackers gesteckt wird. Einige geweihte Palmzweige werden in der Stube zum Kruzifix in den Herrgottswinkel gesteckt. In den Rauhnächten werden die getrockneten Palmzweige mit den Heilkräutern und Weihrauch zum Rauch gehen verwendet.

Palmzweige in den Rauhnächten

Die getrockneten Palmzweige vom Palmbuschen werden gemeinsam mit Heilkräutern und Weihrauch beim Rauchen gehen in der Rauchpfanne verbrannt.