Die Russentänzer

Der mündlichen Überlieferung nach leitet sich die Herkunft von Weißrussland und vom Kosakengebiet ab. Als im Lungau der Bergbau noch blühte, sollten Knappen diesen Stampftanz in den Lungau gebraucht haben. Diese Vermutung lässt sich aber nicht sicher belegen. Es lässt sich aber eindeutig belegen, dass die Bruderschaft der Vereinigten zu Tamsweg die Träger dieser Tradition waren.

Die Russentänzer tragen eine Kosakenkleidung die etwas fremdartig anmutet. Diese acht Männer tragen weiße, in schwarzen Stiefeln steckende Hosen mit roten Lampassen, rote lange Russenblusen mit schwarzer Posamentenverzierung, rote Kappen, ebenfalls schwarz verziert und mit einer schwarzen Quaste versehen. In der Hand trägt jeder eine Lanze mit schwarzem Stiel, blauer Kugel und Mütze. An der linken Seite haben sie einen krummen Säbel. Die Gesichter sind halb verborgen durch einen langen, schwarzen Bart. Kostüm, Bart, Lanze, die durch die ständig gebeugten Knie geduckt wirkende Haltung, die wuchtigen Schritte und dazu noch die grimmigen Blicke, die sie einander beim Tanzen zuwerfen - all das wirkt geradezu fremdländisch und kriegerisch. Dieser Tanz besitzt nirgends ein vergleichbares Gegenstück.

Die Russentanzgruppe besteht aus acht Tänzern und einen Musikanten. Die heute gespielte Melodie im 2/4 Takt ist eine Komposition des so genannten "Wenzel-Böhm". Seine Musikgruppe hat vor Gründung der Bürgermusik Tamsweg bei Festlichkeiten musiziert. Heutzutage wird der Russentanz von einem Harmonikaspieler - dem "Russenmusikus" - gespielt. Bewahrer des Russentanzes ist der Vereinigte, obwohl von 1900 bis 1912 keine Russentanzgruppe bestanden hat. Im Jahr 1912 wurde sie von Kommissär Egid Binggl neu initiiert.

Versucht man den Tanz einzuordnen, dann käme er in die Gruppe der örtlich gebundenen Männer-Stampftänze.

Nach Valentin Pfeifenberger besteht der Tanz der Russentänzer aus neun Figuren:

  1. Durchgang
  2. Der Kleine Stern oben (Lanzenspitzen oben)
  3. Der klein Stern untern (Lanzenspitzen unten)
  4. Großer Stern (Lanzenspitzen oben)
  5. Großer Stern (Lanzenspitzen unten)
  6. Gegentanz, wobei die Tänzer einander grimmige Kampfblicke zuwerfen
  7. Schnecke, als Spiraltanz
  8. Gattern, links und abwechselnd rechts am Gegentänzer vorbei
  9. Abschlußdurchgang

Quelle: Salzburger Volksbräuche, Dr. Karl Zinnburg; Vereinigte zu Tamsweg,