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Tamsweger Nagel-Samson

Als bereits zu Beginn des 1. Weltkrieges (1914-1918) zahlreiche Lungauer an den Fronten ihr Leben lassen mussten, hatte die Gemeinde Tamsweg nicht nur viele Kriegswaisen und Kriegswitwen zu beklagen, sondern auch zu versorgen. Margot Gräfin Szapary und Marianne Baronin von Buddenbrook stifteten eine überlebensgroße, hölzerne Samsonfigur, geschaffen vom Lungauer Bildhauer und Priester Josef Mühlbacher (geboren in St. Margarethen im Lungau). Diesem Künstler entstammt u.a. auch das Kriegendenkmal auf dem Tamsweger Marktplatz. In der Dechantsiedlung erinnert der nach ihm benannte "Josef-Mühlbacher-Weg" an diesen begnadeten Bildhauer und Priester. Diese Statue wurde ursprünglich auf dem Marktplatz aufgestellt und im Zuge eines großen Kriegshilfefestes am 24.10.1915 zur "Benagelung" freigegeben. Je nach Höhe der Spende konnten kleinere oder größere Nägel eingeschlagen werden.

Der Nagelsamson, eine Initiative aus der Not heraus

Der Erlös kam den Witwen und Waisen zugute. Die Spendenfreudigkeit der Bevölkerung war sehr groß, zumal die Wochenzeitung "Tauern-Post" während des gesamten Krieges die Zahlungseingänge auch veröffentlichte.Das gesammelte Geld, insgesamt etwa EUR 19.000, wurde an bedürftige Witwen und Waisen im ganzen Lungau verteilt. Die staatlichen Hilfen reichten oft nicht aus, umso wichtiger waren die Privatinitiative von Gräfin Szápáry und Baronin Buddenbrock und die Spenden der Bevölkerung. Diesem sozialen Engagement ist es somit zu verdanken, dass ein kleiner Teil des unermesslichen Leides im Ersten Weltkrieg etwas gelindert werden konnte.

Der Samson befindet sich seit einigen Jahrzehnten im ersten Stock des Rathauses in Tamsweg.

Im Sockel dieser Statue ist folgende Inschrift zu lesen:

"Geschaffen vom Lungauer Bildhauer und Prieset J. Mühlbacher. Sinnbild der Lungauer Volkskraft. Als Wehrmann in Eisen dem Wohle der Hinterbliebenen unserer tapferen Soldaten. Gewidmet von Margot Gräfin Szapary und Marianne Baron von Buddenbrook im Jahre des Weltkrieges 1915."